Birol* lässt sich beraten – und findet seinen beruflichen Weg

Flausen im Kopf

Birol ist cool, kennt viele Jungs in seinem Alter und zieht mit ihnen gerne durchs Viertel. Manchmal vergisst er dabei wichtige Termine. Er nimmt die Schule nicht so ernst und denkt noch nicht an seine berufliche Zukunft. Mit 18 Jahren hat er seinen Hauptschulabschluss am Berufskolleg erworben, aber keine Ahnung, wie es danach weitergehen soll.

Chat-Beratung – einfach mal „wat“ Fragen

Er hat dann mal spontan bei der Chat-Beratung „Go-on-Start-up“ eine Frage abgeschickt, was er denn jetzt mal nach der Schule machen könnte. Die Beraterin hatte ihm ein FSJ empfohlen, weil er gerne anderen Menschen hilft und gut zuhören kann.

Stärken, Potentiale und berufliche Fähigkeiten erkennen

Bei der Chat-Beratung hatte er erzählt, dass er schon früher in der Moschee freiwillig auf die kleinen Kinder aufgepasst hat und beim Fußball spielen im Verein mehrfach Mannschaftskapitän war. Die Beraterin hatte ihn dann auf die Idee gebracht, er könnte sein FSJ vielleicht als Integrationskraft an einer Grundschule ableisten. Wie die Beraterin ihm empfohlen hat, hatte er seine Erfahrungen als Kinderbetreuer in seinem Motivationsschreiben erwähnt.

Verantwortung übernehmen und Vorbild sein

Er hat sich wirklich sehr gefreut, als er die Zusage bekam und nach den Sommerferien einen 12-jährigen Jungen mit starken körperlichen Einschränkungen in dessen Schulalltag unterstützt. Erst musste er sich an den Arbeitsalltag in der Schule gewöhnen, an die vielen Regeln und Absprachen. Jedoch merkte er auch seine Vorbildfunktion für den zu betreuenden Jungen, was das berufliche Dasein leichter machte. In seiner Freizeit hat er sich dann gerne im Fitnessstudio ausgepowert und mit Freunden abgehangen.

Flausen weg – beruflicher Check

Manchmal dachte er daran, dass es so ja nicht ewig weitergehen kann, aber eine konkrete Idee, was er beruflich machen könnte, hatte er nicht. Er konnte sich vorstellen, als Verkäufer zu arbeiten, weil er so gut erzählen und Leute begeistern kann. Dann dachte er an Fitnesstrainer, aber immer nur Muskeln aufpumpen wollte er dann doch nicht.

Es wird konkret, ernst und stabil – Online-Beratung

Dann fiel ihm wieder die Chat-Beratung ein. Dieses Mal registrierte er sich bei „Go-on-Start-Up“ für die Online-Beratung und schrieb einfach mal so runter, was ihm so durch den Kopf ging. Die nächste Beraterin hatte ihn dann gefragt, ob er den Beruf des Verkäufers im Sanitätsfachhandel kennt und ihm empfohlen, mal das Berufsbild auf der Seite von Berufe.net zu recherchieren. Birol war neugierig geworden. Was er dort lesen konnte, interessierte ihn sehr. Irgendwie hatte er den Eindruck, dass könnte ein Beruf sein, der ihm Spaß machen könnte. Weil er sich bei der Online-Beratung registriert hatte, konnte er mit der letzten Beraterin weitermailen.

Bewerbung, Vorstellungsgespräch und eine Ausbildung – es läuft

Sie bot ihm sogar an, seine Bewerbung um einen Ausbildungsplatz bei einem regional bekannten Sanitätshaus gegenzulesen und bei Bedarf zu korrigieren. Auf einmal lief es: Bewerbung persönlich abgegeben, eine Woche später wurde er eingeladen zu einem Praktikumstag und zwei Wochen später hatte er seinen Ausbildungsvertrag unterschrieben!

Das, was Freude macht: beraten, helfen und eigenes Geld verdienen

Jetzt war Birol doch sehr erleichtert, zu wissen, wie es weitergeht. Auch die Erfahrungen aus dem FSJ mit behinderten Kindern und deren Angehörigen kann er in seine Ausbildung einfließen lassen. Sein eigenes Geld zu verdienen und einen Beruf zu haben mit viel Kontakt zu anderen Menschen, denen er mit seiner Beratung helfen kann, bedeuten ihm viel.

* Name geändert

Autorinnen: Sabine Omlin und Karoline Schlumbom, 06.09.2022